Graffiti
Durch eine Kooperation zwischen Wiener Linien und Streetacademy werden die Fassaden von E-Unterwerken der Wiener Linien durch Graffiti-Künstler und teilweise im Rahmen von Workshops, künstlerisch gestaltet. Im Klub KW gibt es ab Dezember einen Indoor-Workshop.
Wir leben in einer Zeit, in der der öffentliche Raum, z.B.: alle Arten von Wänden, Taxis, U-Bahnen, ja sogar der Stephansdom komplett mit Werbung zugekleistert ist. Freie Meinungsäußerung auf den Straßen ist fast nur noch in Form einer angemeldeten Demonstration, oder wenn man viel Geld für einen Platz an der Werbesonne bezahlt, möglich. Graffiti ist da die pefekte Art und Weise ein Zeichen dagegen zu setzen. Es wäre jedoch dumm, illegal auf öffentliche Wände mit Spraydosen loszugehen. Mit solchen Aktionen hat man ganz schnell einen lebenslangen Kredit am Hals. Zum Glück leben wir in einer Stadt, die immer mehr Flächen zum besprayen zur Verfügung stellt auf denen sich die sogenannten „Writer“, z.B. im Rahmen eines Streetacadamy Workshops austoben können. Nun zur Materie: Was ist Graffiti? Bevor wir zur Geschichte kommen liste ich zuerst einmal auf, was die unterschiedlichen Formen von Graffiti sind:
Das „Tag“ ist die Unterschrift des „Writers“. Mit Filzstift oder Dose wird so, natürlich mit markantem und eigenem Style, der Writername in der ganzen Stadt schnell und möglichst sichtbar verbreitet.

Das „Throw up“ ist das Mittelding zwischen einem „Tag“ und einem „Piece“. Es wird in der Regel großflächiger als das Tag gemalt, oft werden auch mehrere Farben verwendet. Es dient in erster Linie zur Namenverbreitung in der Stadt.
Das „Piece“ ist die aufwändigste Art Graffiti zu praktizieren. Es wird mit mehreren Farben, großflächig, mit Schatten, Outlines, Spezialeffekten und sogar mit Characters (Figuren) gearbeitet. Graffiti als Kunstform ist im Rahmen der HipHop-Bewegung im New Yorker Stadtteil Bronx entstanden. Damals war es sehr populär die Pieces auf Züge zu malen, was den Vorteil hatte, dass durch die Bewegung des Zuges eine größere Anzahl von Menschen den Namen lesen konnte.

Der Film der Graffiti und die ganze HipHop-Bewegung am besten erklärt, bzw. der HipHop zum allerersten Mal über die Grenzen der New Yorker Ghettos hinausgetragen hat, ist Wildstyle von Charlie Ahearn. Der Film ist eine gute Mischung zwischen Dokumentar- und Spielfilm, der zeigt wie eng die verschieden HipHop-Elemente (Rap, Breakdance, Graffiti, DJing) damals miteinander verbunden waren und im Vergleich dazu, wie sehr jede einzelne Rubrik in der Gegenwart ihren eigenen Weg geht und sich von den anderen immer mehr entfernt.


